Immobilienmarkt Landkreis Waldshut 2026: Preise, Zinsen, Angebot – ist jetzt ein guter Zeitpunkt für Verkauf oder Kauf?
Nach zwei Jahren Korrektur und einem Jahr Stabilisierung ist der Wohnimmobilienmarkt 2026 wieder berechenbar geworden. Was die aktuellen Zahlen von Statistischem Bundesamt, vdp, Statistischem Landesamt und Immobilienportalen für den Landkreis Waldshut bedeuten – und warum die Antwort für Verkäufer und Käufer unterschiedlich ausfällt.
Kurz gesagt
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen 2026 wieder leicht: +1,4 % im ersten Quartal (Häuserpreisindex Destatis), +1,9 % im zweiten Quartal (vdp-Index) – jeweils zum Vorjahr. Mieten steigen stärker (+3,2 %), Neubau bleibt knapp und teuer (Baupreise Baden-Württemberg +6,8 %), die Bauzinsen haben sich um 4 % eingependelt. Im Landkreis Waldshut liegen die Angebotspreise unter dem Landesschnitt; die Nachfrage aus der Schweiz stützt den Markt. Für Verkäufer heißt das: ein funktionierender Markt mit realistischen Käufern, ohne die Aufschläge von 2021. Für Käufer: kalkulierbare Zinsen, moderates Preisniveau, aber wenig Auswahl bei gepflegtem Bestand.
Was zeigen die bundesweiten Daten?
Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts – die amtliche Messgröße auf Basis tatsächlicher Kaufpreise – lag im ersten Quartal 2026 um 1,4 % über dem Vorjahresquartal und um 0,3 % über dem Vorquartal. Die Entwicklung ist regional sehr unterschiedlich: Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen verteuerten sich um 3,6 %, in den sieben größten Städten nur um 0,3 %. Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen wurden dagegen um 0,8 % günstiger.
Der vdp-Immobilienpreisindex der Pfandbriefbanken, der auf Transaktionsdaten der Kreditwirtschaft beruht, bestätigt das Bild für das zweite Quartal 2026: Wohnimmobilien +1,9 % zum Vorjahr, davon Eigentumswohnungen +2,6 %, Eigenheime +2,0 %, Mehrfamilienhäuser +1,6 %. Die Neuvertragsmieten stiegen um 3,2 %. Stuttgart war mit +0,7 % die schwächste der sieben Metropolen. Gewerbeimmobilien gaben weiter nach (Büro −1,2 %).
Im längeren Verlauf zeigt der Häuserpreisindex (2025 = 100) drei Phasen: Bestehende Wohnimmobilien erreichten im 2. Quartal 2022 mit einem Indexwert von 111,6 ihren Höchststand, fielen bis zum 1. Quartal 2024 auf 95,5 (−14,4 %) und liegen im 1. Quartal 2026 bei 100,2 – das sind 4,9 % über dem Tiefpunkt und 10,2 % unter dem Höchststand. Neu erstellte Wohnimmobilien schwankten deutlich weniger und stehen mit 101,9 auf dem höchsten Wert der dargestellten Reihe. Die Prozentangaben zwischen Höchststand, Tiefpunkt und aktuellem Wert sind eigene Berechnungen aus den Indexwerten; die Werte ab dem 1. Quartal 2026 sind vorläufig.
Häuserpreisindex Deutschland: Bestand und Neubau seit 2021
Index 2025 = 100 · Quartalswerte vom 1. Quartal 2021 bis zum 1. Quartal 2026
- Bestehende Wohnimmobilien
- Neu erstellte Wohnimmobilien
Häuserpreisindex gesamt: Veränderung zum Vorjahresquartal in %
Alle Quartalswerte als Tabelle
| Quartal | Bestand | Neubau | Gesamt | Gesamt zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|
| 1. Q. 2021 | 97,2 | 88,8 | 95,8 | +9,4 % |
| 2. Q. 2021 | 100,9 | 92,1 | 99,5 | +11,5 % |
| 3. Q. 2021 | 105,3 | 94,7 | 103,6 | +12,7 % |
| 4. Q. 2021 | 108,1 | 97,8 | 106,5 | +12,7 % |
| 1. Q. 2022 | 109,5 | 96,7 | 107,5 | +12,2 % |
| 2. Q. 2022 | 111,6 | 99,4 | 109,6 | +10,2 % |
| 3. Q. 2022 | 110,5 | 100,6 | 108,9 | +5,1 % |
| 4. Q. 2022 | 104,7 | 99,8 | 103,8 | −2,5 % |
| 1. Q. 2023 | 101,4 | 97,6 | 100,7 | −6,3 % |
| 2. Q. 2023 | 100,0 | 96,2 | 99,3 | −9,4 % |
| 3. Q. 2023 | 98,0 | 96,9 | 97,8 | −10,2 % |
| 4. Q. 2023 | 96,0 | 95,8 | 95,9 | −7,6 % |
| 1. Q. 2024 | 95,5 | 95,4 | 95,5 | −5,2 % |
| 2. Q. 2024 | 96,9 | 96,8 | 96,8 | −2,5 % |
| 3. Q. 2024 | 97,4 | 98,3 | 97,6 | −0,2 % |
| 4. Q. 2024 | 97,7 | 98,0 | 97,7 | +1,9 % |
| 1. Q. 2025 | 99,0 | 99,8 | 99,1 | +3,8 % |
| 2. Q. 2025 | 100,0 | 99,7 | 100,0 | +3,3 % |
| 3. Q. 2025 | 100,9 | 99,8 | 100,7 | +3,2 % |
| 4. Q. 2025 | 100,1 | 100,7 | 100,2 | +2,6 % |
| 1. Q. 2026* | 100,2 | 101,9 | 100,5 | +1,4 % |
Wie sieht es in Baden-Württemberg aus?
Für Baden-Württemberg ist vor allem die Kostenseite bemerkenswert: Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden stiegen im zweiten Quartal 2026 um 6,8 % gegenüber dem Vorjahr und um 3,4 % gegenüber dem Vorquartal – Zimmer- und Holzbauarbeiten +9,8 %, Instandhaltung +7,2 % (Statistisches Landesamt, 17.07.2026). Wenn Neubau teurer wird, steigt der relative Wert des Bestands – vorausgesetzt, er ist in gutem Zustand. Zugleich verteuert sich jede Sanierung, was sanierungsbedürftige Objekte im Preis drückt. Die Angebotspreise für Häuser lagen im Land im September 2026 bei rund 3.460 €/m² (+1,2 % zum Vorjahr, immowelt).
Wie entwickelt sich der Landkreis Waldshut?
Amtliche Kaufpreisdaten für den Landkreis veröffentlichen die beiden Gutachterausschüsse (Waldshut-Ost bei der Stadt Waldshut-Tiengen, Waldshut-West bei der Stadt Bad Säckingen) in ihren Grundstücksmarktberichten. Bis diese vorliegen, geben Portaldaten eine Orientierung – mit der Einschränkung, dass es sich um Angebots-, nicht um Abschlusspreise handelt:
Das Muster deckt sich mit der bundesweiten Beobachtung: Wohnungen in den Städten am Rhein – Waldshut-Tiengen, Bad Säckingen, Laufenburg – legen zu, weil sie für Grenzgänger, Paare und ältere Eigentümer, die vom Haus in die Wohnung wechseln, gefragt sind. Häuser mit Sanierungsbedarf in den Höhenlagen des Hochschwarzwalds brauchen länger und werden mit Abschlägen für den Zustand gehandelt. Zwischen beiden Polen liegen die Grenzgemeinden des Klettgaus, in denen die Nähe zu Schaffhausen und Zürich den Markt stützt.
Welche Rolle spielen Schweiz und Frankenkurs?
Der Landkreis Waldshut ist ein grenzüberschreitender Markt. Ein wesentlicher Teil der Nachfrage kommt von Haushalten mit Einkommen in Franken – Grenzgängern, Rückkehrern und Schweizer Käufern, für die Wohnraum auf der deutschen Seite günstiger ist als im Kanton Zürich oder Schaffhausen. Der Euro notierte Ende August 2026 bei rund 0,94 Franken; ein starker Franken erhöht die Kaufkraft dieser Gruppe in Euro. Umgekehrt gilt: Sollte der Franken deutlich nachgeben, würde ein Teil dieser Nachfrage abkühlen. Wer verkauft, sollte diese Käufergruppe gezielt ansprechen; wer kauft, konkurriert mit ihr.
Warum bleibt das Angebot knapp?
2025 wurden in Deutschland rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt – 18 % weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit über zehn Jahren. Die Baugenehmigungen stiegen zwar wieder (243.460, +12,8 %), bis daraus Wohnungen werden, vergehen aber Jahre (JLL, Juli 2026). Für den Bestand bedeutet das anhaltende Nachfrage – besonders bei Objekten, die ohne größere Investitionen bezogen werden können.
Wo stehen die Zinsen?
Zehnjährige Baufinanzierungen kosteten Ende August 2026 je nach Beleihung etwa 3,9 bis 4,2 % effektiv. Interhyp beschreibt die Lage als „Stabilisierung um 4 %“; das Expertenpanel erwartet kurzfristig überwiegend gleichbleibende, bis Jahresende eher leicht steigende Zinsen. Bauzinsen orientieren sich an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, nicht am Leitzins – Inflationserwartungen und geopolitische Lage bestimmen die Richtung.
Was heißt das für Verkäufer?
Drei Beobachtungen aus den vergangenen Monaten – rückblickend, nicht als Prognose:
- Der Markt hat wieder Käufer. Nach der Zurückhaltung von 2023 kaufen Haushalte wieder, sobald Preis und Zustand zusammenpassen. Realistisch bewertete Objekte finden in überschaubarer Zeit einen Abnehmer; überhöhte Angebotspreise führen zu langen Laufzeiten und späteren Preissenkungen, die Käufer als Signal lesen.
- Zustand wird bezahlt – Sanierungsstau abgezogen. Bei Baupreissteigerungen von fast 7 % im Jahr rechnen Käufer die Sanierung mit aktuellen Kosten. Wer sein Haus vor dem Verkauf ehrlich einwertet, verhandelt aus einer besseren Position.
- Grenzüberschreitende Nachfrage ist ein Vorteil. Käufer mit Franken-Einkommen sind zahlungsfähig und suchen aktiv – vorausgesetzt, sie werden erreicht.
Was heißt das für Käufer?
- Kalkulierbare Bedingungen. Zinsen um 4 % und ein moderates Preisniveau im Landkreis machen die Finanzierung planbar. Wer auf deutlich sinkende Zinsen wartet, hat dafür derzeit keine belastbare Grundlage.
- Wenig Auswahl bei gepflegtem Bestand. Gute Wohnungen und modernisierte Häuser sind knapp und werden schnell gehandelt; ein hinterlegtes Suchprofil verschafft Zugang zu Objekten vor der Veröffentlichung.
- Chancen bei Sanierungsobjekten – mit Prüfung. Häuser mit Sanierungsbedarf werden mit Abschlägen gehandelt. Wer die Kosten vorher bautechnisch prüfen lässt, kann das nutzen; wer sie schätzt, riskiert Überraschungen.
Häufige Fragen
Steigen die Immobilienpreise im Landkreis Waldshut 2026 weiter?
Die verfügbaren Daten zeigen für Wohnungen in der Region leichte Zuwächse, für Häuser eine Seitwärtsbewegung mit großer Spanne je nach Zustand. Eine verlässliche Prognose für einzelne Objekte gibt es nicht; wir bewerten auf Basis aktueller Vergleichsdaten und ohne Preisversprechen.
Sind Angebotspreise aus Portalen verlässlich?
Nur bedingt. Sie zeigen, was Verkäufer verlangen, nicht, was gezahlt wird. Verlässlicher sind die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse und Transaktionsindizes wie der Häuserpreisindex oder der vdp-Index. Für die Bewertung eines konkreten Objekts nutzen wir Vergleichsdaten, nicht Inseratspreise.
Wie wirkt sich der Frankenkurs auf meinen Verkaufspreis aus?
Indirekt: Ein starker Franken erhöht die Kaufkraft von Interessenten mit Schweizer Einkommen und stützt die Nachfrage im Grenzraum. Der Kaufpreis wird in Euro vereinbart und bewertet; einen automatischen Aufschlag gibt es nicht.
Ist es sinnvoll, mit dem Verkauf auf höhere Preise zu warten?
Das hängt von Ihrer Situation ab, nicht vom Markt: Leerstand kostet, Sanierungsbedarf wird teurer, und die Preisentwicklung im Bestand ist derzeit verhalten. Wer keinen Grund zum Warten hat, verkauft in einen funktionierenden Markt. Wer warten kann, sollte die laufenden Kosten gegen die Unsicherheit abwägen.
Was ist Ihre Immobilie im heutigen Markt wert?
Die erste Marktwerteinschätzung im Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich – auf Basis aktueller Vergleichsdaten aus dem Landkreis Waldshut, nicht auf Basis von Inseratspreisen.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026, Pressemitteilung Nr. 219 vom 25.06.2026 – destatis.de
- Statistisches Bundesamt: Preisindizes für Wohnimmobilien – Indizes und Veränderungsraten (Häuserpreisindex, 2025 = 100), Stand 25.06.2026 – destatis.de
- Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp): Uneinheitliche Entwicklung der Immobilienpreise – Index 2. Quartal 2026, 10.08.2026 – pfandbrief.de
- Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Baupreise für Wohngebäude stiegen im 2. Quartal 2026 um 6,8 %, 17.07.2026 – statistik-bw.de
- JLL: Wohnungsmarktüberblick Deutschland H1 2026, 27.07.2026 – jll.com
- Interhyp: Zinsentwicklung und Expertenpanel, Zinsdaten 24.–30.08.2026 – interhyp.de
- immowelt: Immobilienpreise Waldshut-Tiengen, August 2026 – immowelt.de; Hauspreise Baden-Württemberg, September 2026 – immowelt.de
- immoportal: Mietpreise Waldshut-Tiengen, 01.09.2026 – immoportal.com
- Gutachterausschüsse im Landkreis Waldshut: Verzeichnis der Zentralen Geschäftsstelle Gutachterausschüsse BW – zgg-bw.de; Geschäftsstelle Waldshut-Ost, Stadt Waldshut-Tiengen – waldshut-tiengen.de
- EZB-Referenzkurs EUR/CHF, 31.08.2026 (vor Veröffentlichung aktualisieren)
- Für VerkäuferVerkaufen oder vermieten? Was sich 2026 für Eigentümer im Landkreis Waldshut rechnet.
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